Der Westen vom 25.02.2008

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Kabarett

Wie Topf und Deckel

Hagen, 25.02.2008, Christina Heße

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Die zwei Stewardessen der Airline „Fly-and-Die” tragen knappe, sexy Uniformen. Eine der beiden „Saftschubsen” quiekt: „Jetzt sind wir zum Abschuss freigegeben.” Das Publikum der Show „Himmelstöchter” im Hasper Hammer bricht in Gelächter aus.

banner(‚rectangle‘,’300×250′); Nicht nur Schäubles Verfassungsänderung, auch den „Qualitätsunterschied der Geschlechter” und die Globalisierung haben Les Dames alias Brigitte Dussy und Constanze Schick am Freitag aufs Korn genommen. Die beiden Hagenerinnen schlüpften in ihrem Nummernkabarett dafür in alle möglichen Charaktere, die sich auf einem Flughafen finden lassen – begonnen bei mit Plüschhandschellen bewaffneten Sicherheitskräften bis zur exzentrischen und senilen Witwe, die via Billigflug fünf Mal im Monat nach Venezuela jettet. So verpackt parodierten sie Situationen aus dem Alltag. Die Kabarettistinnen ließen dabei kein Klischee aus und zeigten einen Hauch von politischer Satire.

(WP)

„Es ist das erste Mal, dass wir uns an Politik heranwagen”, so Constanze Schick, die Politikwissenschaften studiert hat, „wir haben einen absolut professionellen Anspruch.” Jetzt seien sie soweit, auch diese heiklen Inhalte zu bieten.

Die Bühnenpartnerinnen kommen gebürtig aus Hagen und schauspielerten schon zu ihrer Schulzeit. Constanze Schick hat sogar eine Gesangsausbildung gemacht. Später haben die Frauen durch Annoncen zum Ensemble des Hasper Hammers und so zueinander gefunden. „Wir sind wie Topf und Deckel”, beschrieb Brigitte Dussy. Sie hätten den gleichen Humor und würden sich künstlerisch ergänzen.

Seit ihren Anfängen 2003 haben sie ihre Premieren stets in ihrer „Heimatstätte”, dem Hasper Hammer, gefeiert. So ist es auch bei ihrer nunmehr dritten Produktion „Himmelstöchter” gewesen. „Das Team hier hat uns immer sehr unterstützt und uns eine Bühne gegeben als wir debütiert haben”, betonten sie. Ihre Sketche schreiben Les Dames selbst. „In Hagen liegen die Geschichten auf der Straße”, meinte Constanze Schick, „hier gibt es so viele verschiedene Menschen.” Ihre Partnerin ergänzte: „Im Grunde muss man sich nur in die Stadt setzen oder an die Supermarktkasse stellen und beobachten, wie die Leute miteinander umgehen.”

„Es ist das erste Mal, dass wir uns an Politik heranwagen.”KabarettistinConstanze SchickDas Kabarett ist ein zeitaufwändiges Hobby. „Vor der Premiere haben wir sechs Wochen lang täglich geprobt”, erläuterte Brigitte Dussy, die hauptberuflich als Krankenschwester arbeitet. Wenn sie in Hagen auftreten, sei das Duo vor der Show immer besonders aufgeregt, denn natürlich kommen jede Menge Freunde und Bekannte. „Manchmal erkennen sie sich dann in den Sketchen wieder. Verärgern tut sie das nicht. Im Gegenteil, meistens fühlen sie sich gebauchpinselt”, erklärte Brigitte Dussy. Wahrscheinlich waren es auch viele dieser Freunde und Bekannte, die Les Dames beim Finalsong auf die Bühne holten und zum Mittanzen animierten. Die Nummer wirkte dadurch etwas unbeholfen. Insgesamt schufen die Kabarettistinnen eine stimmungsvolle Atmosphäre im HasperHammer und trainierten die Lachmuskeln des Publikums ordentlich.