Westfälische Rundschau vom 26.10.2005

Ein begeistertes Publikum forderte mehrer zugaben von „Les Dames“
Zur Freude des Publikums flogen zwischen Frauen verbale Fetzen
Von Heinz-Werner Schroth

Hohenlimburg. “Zugabe, Zugabe!“

Ein begeistertes Publikum rief nach mehr, und sie ließen sich nicht lumpen, die beiden Power Frauen Constanze Schick und Brigitte Dussy. Mit Ihrem Programm „Les Dames – die Show“ trafen sie die Lachmuskeln der Zuschauer im vollbesetzten Werkhof. Mit ihrer präzisen, sarkastischen Betrachtungsweise um den ewigen Geschlechterkampf zwischen Männlein und Weiblein und den daraus resultierenden Konsequenzen für Politik und dem alltäglichen Leben im Allgemeinen. Ihr Umgang mit der deutschen Sprache war im positiven Sinne des Wortes anarchistisch. Dies kam vor allem dem „Ruhrpott-Slang“ sehr entgegen.

Gleich zu Beginn nahmen sie sich im Prolog selbst voller Ironie auf den Arm. „Wenn Brigitte Ihr Frauenproblem hat, wird die nämlich immer so hibbelig und vergisst ihren Text“, flogen zum Vergnügen des Publikums zwischen den beiden Protagonistinnen die verbalen Fetzen! Und überhaupt, das Publikum wurde in fast jeder kabarettistischen Einlage mit einbezogen. Sei es im Dialog von der Bühne herunter oder sei es mit Aktionen im Raum und oder auf der Bühne.

„Les Dames“ betrachten ihre Umgebung mit Humor, vornehmlich aus der Sicht der Frau! Auch beim Rollentausch übernahm Constanze Schick den männlichen Teil. „Ich musste eine Woche in die Kneipe! Saufen und frauenfeindliche Witze erzählen.“

Brillant Brigitte Dussy als „ältere Dame“, die ein Angebot der Bahn annehmen will, um für 29 Euro quer durch Deutschland zu fahren und dabei an Fahrkartenautomaten, PIN-Nummern und dem Internet scheitert. Pantomimisch wie verbal einfach klasse!

Ebenbürtig als Solistin Constanze

Westfälische Rundschau vom 10.01.2005

Haspe. Mit einer geballten Ladung Comedy startete der hammer am Samstagabend ins neue Jahr. Unter dem Titel „Les Dames – die Show“ präsen-tierten Constanze Schick und Brigitte Dussy Anekdoten, Sketche und deftige Schmankerln rund um das Lieblingsthema Nr. 1.

Eingefleischten hammer- Besu-chern sind die rührigen Ko-mödiantinnen aus vergangenen Theaterproduktionen wie „Dessous-Party“ und „Die Matuscheks“ wohlbekannt. In ihrem ganz eigenen „Solo für Zwei“ räsonnieren sie über das Thema, was Frau (und Mann) am meisten bewegt: Eben die Beziehung zwischen Frau und Mann.

Die gestresste, frisch getrennte Dame von Welt hat´s aber auch nicht leicht: In einem unaufmerksamen Moment ging Lebensab-schnittsgefährte „Holger“ durchs Fenster stiften – neben der Sorge, wie der kleine Racker allein und unbeweibt in der großen weiten Welt zurechtkommen mag, steht noch die Fürsorge für den in der Garderobe weilenden Nachwuchs „Marvin“ im Raum.

Wer sich unterhalten will, liest ein Buch

Gottseidank ist Sohnemann schon recht groß und erwachsen genug, um als Moderator im „Blues Brothers“-Outfit durchs Programm zu führen.

Zu tiefschürfender Konversation taugt das Männchen an sich und überhaupt eh nicht. Wenn die intelligente Frau sich unterhalten will, „liest sie einfach ein gutes Buch“. Eher macht Konkurrenz aus eigenen Reihen der selbstbewussten Single-Dame das Leben schwer: Perfekt figurierte Schicksen, die damit kokettieren, bis zum Abwinken essen und trinken zu können, ohne ein Gramm zuzunehmen, können einem aber auch ganz gehörig die Laune vermiesen!

„Da heirate ich mich doch lieber selbst“

Wesentlich aufbauender ist es dagegen, sich von der wol- lüstigen Werbe-Promoterin „Margarete Riemenschneider“ nebst Assistentin und Vorzeige-Hausfrau Elvira Hoppenstedt die Segnungen von „Bob´s Messerblock“ erläutern zu lassen, mit dessen „glücklichen Messern“ man (beziehungsweise frau) nicht nur Esswaren aller Art tranchieren, sondern nebenbei auch noch Laminat verlegen und das Antlitz des Ehegesponstes in bester Freddy-Krüger-Horrormaskenmanier ver-schönern kann.

Überkommene Rituale wie kirchliches Heiraten in Weiß mit aufwändigen Hochzeitsgeschenken sind Single-Tusse Contanze ein Dorn im Auge – obwohl man auf die anschließenden Feierlichkeiten doch nicht ganz verzichten möchte : „Da heirate ich mich doch lieber selbst!“

Resümee am Ende des heiteren Rundumschlages durch die Welt der Männer und Frauen: Frau kann schlecht mit dem Mann – aber doch auch nicht ganz ohne ihn!

09.01.2005   Von Christoph Clören

Die Kabarett-Comedy-Music-Show der besonderen Art